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Dicke Fische: Akustik Pop Rock aus dem buddhistischen Kloster

7.Juli 2007 by Matt

Sie machen Akustik-Pop-Rock und haben schon auf einem Stocherkahn auf dem Neckar gespielt, in einem Gefängnis, einem buddhistischen Kloster, auf einem Flugzeugflügel und in der Sauna. Und am vergangenen Dienstag waren sie zu Gast im Tübinger Neckarmüller: Die Dicken Fische.


Ganz ruhig und unspektakulär begann er, der Auftritt der drei Musiker aus dem Schwabenländle. Keine Ansage, keine Vorstellung. Wer anwesend war, der wusste, wen er da vor sich hat. Und wer es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, der würde es zumindest ab jetzt nicht mehr vergessen. Denn so ruhig das Konzert begann, so lebhaft endete es. Nicht nur, dass mehr Menschen auf ihren Stühlen standen als darauf saßen - zum Schluss tanzten sogar die Angestellten.

Kein Wunder bei der Stimmung, die Jürgen Ammann, Anjel Ferry und Fiorenzo de Vico verbreiteten: Während der kabarett-erprobte Ammann mit Anekdoten von der gemeinsamen Australien-Reise (von der es auch einen Reisebericht in Buchform gibt) zu unterhalten wusste und das Publikum etwa dazu animierte, es ihm gleich zu tun und wie ein australischer Buschvogel (Kookaburra) zu kreischen, überzeugte Ferry mit perfektem Gitarrenspiel. Kaum glaubte man noch, hier eine Akustik-Kombo zu hören, als er das Slide-Guitar-Solo von Pink Floyds “Breathe” anstimmte. Überhaupt ist das klangliche Spektrum der Dicken Fische überwältigend. Natürlich leistet der ein oder andere Chorus- oder Reverb-Effekt seinen Beitrag, aber getragen wird alles letztlich doch von zwei Gitarren, dem oft zweistimmigen Gesang und dem außergewöhnlichen Rhythmus-Instrument de Vicos, der “Cajón” (span. für Kiste). Nach dem Namen dieses aus Kuba und Peru stammenden Instrumentes gefragt, sind die meisten überfordert. Doch an eines erinnern sich die Tübinger Zuhörer: “Ha, des duad wie a richtig’s Schlagzeig”!

Als “Akustik-Pop-Rock” bezeichnet die Band ihren eigenen Stil, und diese vage Genre-Eingrenzung deutet schon an, dass es ihnen eigentlich lieber ist, gar nicht erst in eine bestimmte Schublade gesteckt zu werden. Dafür ist ihre Bandbreite auch einfach zu groß. Von Klassikern wie Pink Floyd, den Beatles, Dire Straits, John Lennon, Sting oder dem Buena Vista Social Club reicht ihr Repertoire bis zu aktuellsten Stücken von Radiohead, Jack Johnson, James Blunt, Snow Patrol und Mika. Besonders faszinierend sind dabei ihre eigenen Interpretationen. Denn, wie Fiorenzo de Vico erklärt, gehe es den Dicken Fischen nicht darum, mit akustischen Instrumenten bekannte Chart-Hits nachzuspielen und dabei möglichst originalgetreu zu klingen. Viel mehr wolle man etwas neues, etwas eigenes daraus machen. Dass ihnen das ausgezeichnet gelingt, bewiesen sie mit ihrer akustischen Adaption von Nelly Furtados “Say it right”, mit dem sie beim Publikum ungebremste Begeisterung hervorriefen.

Ein ganz besonderes Event steht dieses Jahr noch aus und bietet jedem, der die Dicken Fische noch nicht kennt, die Gelegenheit, sie endlich kennen zu lernen: Das Scheunenfest 2007, die exklusive Konzert-Nacht der Fische, die allein im letzten Jahr über 1000 Besucher anzog. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Dicke-Fische-Homepage.

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