…everything’s falling into shape.

Day Of Silence: Gebührenerhöhung bedeutet das Aus für viele US-Webradios

26.Juni 2007 by Matt

Hunderte von Internet-Radiosendern unterbrechen heute, am 26.06.2007, für einen Tag ihr Programm, um gegen die Erhöhung der Lizenzgebühren zu protestieren, welche es vielen Webradio-Betreibern unmöglich machen wird, ihre Sender weiter im Netz zu lassen.Besonders die kleinen unabhängigen Webradios sehen sich durch einen am 15.07. 2007 in Kraft tretenden Beschluss des US-Kongresses bedroht: Rückwirkend bis zum 01.01.2006 (!) haben sie ab diesem Tag erhöhte Lizenzgebühren für die Ausstrahlung ihrer Musik zu entrichten. Die meisten von diesem Beschluss betroffenen Sender sind Non-Commercials, das heißt, sie betreiben ihre Webradios nicht, um Geld zu verdienen, sondern schlicht, um gute Musik von meist unabhängigen und unbekannteren Musikern zu liefern. Die kleinsten Sender kommen, vorausgesetzt sie haben weniger als 218 Hörer, mit einer pauschalen Gebühr von 500 Dollar pro Jahr und Channel davon. Ganz hart jedoch trifft es kleine kommerzielle Sender, die sich ihre Existenz hauptsächlich durch Werbeeinnahmen sichern; für sie bedeutet das neue Gesetz eine mehr als hundertfache Steigerung ihrer Abgaben (Heise berichtete davon hier und hier).

Doch es gibt auch Kongressabgeordnete, die sich gegen den Beschluss wehren und sich für den Erhalt kleiner Webradios einsetzen (dazu gehören Jay Inslee, Donald Manzullo und Ed Markey). Zu diesem Zweck beabsichtigen sie die Verabschiedung des von ihnen entworfenen Internet Radio Equality Act. Eigens für die Unterstützung der Webradios und die Durchsetzung ihrer Interessen wurden auch die Organisationen Savenetradio und SaveOurInternetRadio gegründet.
Save Net Radio

Übrigens: In Deutschland zahlt man der GEMA 30 Euro, wenn man einen Webradiosender aufmachen will. Mindestens 500 Euro im Jahr sind allerdings zusätzlich an die GVL zu entrichten.

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