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Proteste und Gewalt in Tibet

17.März 2008 by Matt

Der umfassenden Berichterstattung der “großen” Medienvertreter lässt sich kaum noch etwas hinzufügen, selbst das kleinste Weblog berichtet über die tibetischen Proteste und “Aufstände” und deren Niederschlagung durch chinesische Behörden und das Militär. Auf beiden Seiten kommt es zu Gewaltanwendung, chinesische Einkaufsläden werden von tibetischen Demonstrierenden in Brand gesteckt, chinesische Polizisten mit Steinen beworfen, tibetische Mönche von ihnen festgenommen oder gleich erschossen. Die Vorfälle werden international kontrovers diskutiert, jeder hat eine Meinung, vor dem Hintergrund der olympischen Spiele gewinnen die Geschehnisse internationale Relevanz, die Sympathien sind meist klar verteilt, man spekuliert über Boykott, ausgerechnet jetzt streichen die USA China von der Liste der schlimmsten Menschenrechtsverletzer - die Situation ist verfahren…

Als kurzer und unkommentierter Beitrag, hier ein Link zu einer Quelle, die bis zu zehnmal pro Tag die neuesten Ereignisse in Lhasa und im restlichen Tibet protokolliert, dabei u.a. auf Studenteninitiativen zurückgreift, die die chinesische Zensur zu umgehen versuchen, Fotos per Handy aus dem Land schicken, schnell und aus tibetischer Sicht berichten:

Das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie,
Tibetan Centre for Human Rights an Democracy:
http://www.tchrd.org/

Nachtrag 19.03.2008:
Ein unabhängier Blogger, der (zufällig in der Gegend war und) an der chinesischen Zensur vorbei direkt aus Lhasas Straßen berichtet. Ein Foto, das er geschossen hatt, schaffte es bis auf die Titelseite der New York Times, die selbst noch keinen Korrespondenten vor Ort hatte.
Sein erster Blogeintrag “Lhasa Burning” hier.

Nachtrag 20.03.2008:
Also, nach den letzten Äußerungen der chinesischen Regierungsvertreter steht fest: Über dem Marktplatz in Tübingen wird aus meinem Fenster unserem WG-Fenster während der Olypmischen Spiele eine große Tibet-Flagge wehen!!!

Nachtrag 25.03.2008:
Pro-Tibet heißt für uns vor allem “pro Menschenrechte“, “pro Meinungsfreiheit” und “pro Pressefreiheit”, und sicher nicht pauschal contra China. Doch jetzt scheint der Zeitpunkt gekommen, Solidarität zu zeigen und bezüglich gewisser Missstände Flagge zu bekennen - deshalb haben wir über dem Tübinger Marktplatz schon jetzt die tibetische Flagge gehisst. Ich möchte allerdings betonen, dass dies ausdrücklich nicht als Affront gegen die (in Tübingen lebenden) Chinesen und chinesischen Touristen gedacht ist. Ich glaube und hoffe aber, dass die zentrale Lage, die hohe Frequentierung des Marktplatzes und nicht zuletzt die Sichtbarkeit der Flagge über die Tübinger Marktplatz-Webcam im Rathaus dazu dient, ein wichtiges Problem in Erinnerung zu rufen und im Bewusstsein zu halten.

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